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Stefanie Schlesinger & Wolfgang Lackerschmid: Sharing Secrets (Review)
| Artist: | Stefanie Schlesinger & Wolfgang Lackerschmid |
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| Album: | Sharing Secrets |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Jazz, Vocal Jazz plus Vibraphon, Klassik |
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| Label: | Dot Time Records/Galileo Music | |
| Spieldauer: | 44:58 | |
| Erschienen: | 27.09.2025 | |
| Website: | [Link] |
Da rekelt sie sich kunstvoll auf den Klangplättchen des Vibraphons, diese STEFANIE SCHLESINGER und offenbart dem Hörer – trotz des geheimnisvollen Album-Titels – gleich vorab, welches Instrument sie auf „Sharing Secrets“ mit echter Perfektion spielt. Zumindest könnte man das vermuten. Doch diese „Sharing Secrets“ führen uns auf die falsche Fährte. Denn das Vibraphon wird in all seiner besagten Perfektion von ihrem musikalischen Begleiter WOLFGANG LACKERSCHMID bearbeitet, während sich Frau Schlesinger stimmungsvoll am Mikro dem Gesang widmet.
Was in dieser Duo-Form auf den ersten Blick ein wenig ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftige erscheint – die Kombination aus Vibraphon und Stimme – ist auf den zweiten Blick eine herrlich reizvolle Kombination, wovon „Sharing Secrets“ eine Musik-Dreiviertelstunde lang beeindruckend Auskunft gibt. Besonders weil hier eine Vielzahl stilistischer Einflüsse, wie Swing und Blues oder Klassik, zum Tragen kommen und sich im Jazz vereinen. Das alles sind die wohl behüteten Geheimnisse hinter „Sharing Secrets“. Natürlich vorgetragen mit Leidenschaft und Können, aber auch stellenweise perfektionistisch anmutender Disziplin. Hier stimmt alles bis hin zur Produktion und zum Sound, der so warm wie die musikalischen Kompositionen seine Bahnen zwischen den Lautsprecherboxen zieht und den ganzen Raum mit einzigartigen Klängen erfüllt. Darum sollte unbedingt auf die LP zurückgegriffen werden. Nur gibt’s hier einen nicht unerheblichen Fallstrick. Denn aus Kapazitätsgründen finden wir auf dem schwarzen Vinyl nur elf statt der 14 Stücke auf der CD (insgesamt 11 Minuten weniger). Auch erfolgte eine andere Song-Anordnung und dass gerade – neben „Secret Love“ und „Mon Coeur“ – auf die Rilke-Vertonung „Das Karussell“ (das einzige deutsche Stück) verzichtet wurde, ist mehr als schade.
Demgegenüber steht die immense Vielfalt der gewählten Stücke: Mozart trifft auf Bowie, Gershwin auf Chet Baker und zwischendrin verstecken sich noch ein paar Eigenkompositionen. Alles in perfekter Symbiose aus Vibraphon und Gesang vereint. Nichts weiter. Doch es reicht vollkommen. Minimalismus auf höchstem Niveau. Das ist Kunst, werden wohl einige sagen. Andere wiederum werden sich gelangweilt abwenden. Ja, das ist eben Kunst – in diesem Falle wie eine große weiße Leinwand, die man mit ein paar farbigen Motiven und Punkten füllt, aber viel Freiräume für die eigenen Gedanken lässt. Ruhig, in sich gekehrt und entspannt.
Und damit wird das Publikum, der hörende Betrachter, hinter „Sharing Secrets“ kein riesiges werden. Aber eins, das sich voll und ganz der Musik hingibt – und in den „Sharing Secets“ völlig fallen und treiben lassen kann.
Hiermit wäre dann wohl das Geheimnis offenbart: „Sharing Secrets“ ist der musikalische Leckerbissen für alle, die sich nicht auf Mainstream-Fast-Food sondern besondere (rare) Musik-Leckerbissen, denen die Klassik am nächsten steht, genüsslich einlassen.
Oder um es mit den Worten des auf der LP-Innenhülle verewigten Produzenten Johanan 'Jo' Bickhardt auszudrücken: „Dieses Album war schon lange überfällig. Hier präsentieren sich zwei exquisite Künstler, die sensibel und raffiniert sind und wissen, wann sie anspruchsvoll, feinfühlig, intensiv und berührend sein müssen.“
Allerdings muss man auf Dauer dann doch zugeben, dass die Musik mitunter etwas zu eintönig wirkt und mehr den Klassik- als den progressiven Experimentier-Freunden, selbst wenn die recht aufgeschlossen sind, zusagen wird, sodass „Sharing Secrets“ nur in den besonderen Momenten funktioniert, in denen man lieber auf einer Watte-Wolke schwebt, als sich in die Abgründe des alltäglichen, oft nervenden Miteinanders begibt.
Abschalten statt hochfahren – und damit wäre auch das letzte Geheimnis gelüftet.
FAZIT: STEFANIE SCHLESINGER & WOLFGANG LACKERSCHMID bilden als Sängerin und Vibraphonist ein ungewöhnliches und zugleich schwer beeindruckendes Musiker-Paar, das sogar echte Geheimnisse bewahren kann, selbst wenn sie diese auf „Sharing Secrets“ musikalisch zwischen Jazz, Klassik, Swing und Blues preisgeben. Lackerschmid ist ein weltberühmter Vibraphonist, Komponist sowie Arrangeur, der mit der Sopranistin Schlesinger ein emotionales Stelldichein präsentiert, dem unangefochten das Geheimnis der unerklärlichen klangvollen Schönheit – eines Vibraphons und einer Stimme – innewohnt, die klassischen wie progressiven Freigeistern gleichermaßen die Ohren zu umschmeicheln versteht.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Seite A (22:30):
- Daily Rose (3:27)
- Remembering Mary A. (4:03)
- Non So Pui (3:06)
- The Very Thought Of You (4:16)
- You'll Never Get This Lovesong (2:20)
- One More Life (3:48)
- Seite B (22:28):
- I've Got A Crush On You (3:30)
- Everything Must Change (5:18)
- Say That You Love Me (3:48)
- Gold (4:17)
- Gesang - Stefanie Schlesinger
- Sonstige - Wolfgang Lackerschmid (Vibraphon)
- Sharing Secrets (2025)
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